Biesenbrow

Biesenbrow

Biesenbow ist über 700 Jahre alt. In einer Aufzeichnung von 1292 zwischen dem Kloster Chorin und der Stadt Angermünde taucht ein Zeuge namens Johann Byssemerowe auf. Dieser Beleg wird als die erste bekannte, schriftliche Ersterwähnung von Biesenbrow angenommen. Eine Besiedlung an diesem Ort gab es schon lange vorher, wie archäologische Funde belegen. In einer anderen Urkunde wird Biesenbrow 1321 als befestigter Ort (Oppidum) erwähnt. Die Karte von heute zeigt noch Reminiszenzen an ein einstiges Mehrstraßensystem einer Kleinstädtischen Siedlung.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Biesenbrow stark in Mitleidenschaft gezogen und sank zum Dorf herab. Die letzten Spuren der städtischen Verfassung (Richter, Scheppen, 1570) waren verschwunden, die zweite Kirche (St. Marien), Marktrecht und ein großes „Heiligenbild“ zwischen den beiden Kirchen (möglicherweise ein Roland) waren beseitigt.
1805 wird noch der alte Dammzoll erhoben. Um 1840 wurden 605 und 1895 wurden 501 Einwohner genannt. Die Kirche ist ein in Granit ausgeführter Saalbau in städtischen Abmessungen (31 m mal 13 m, Höhe ca. 31 m) aus der Mitte des 13. Jhd. Im 18. Jhd. erfolgte ein Umbau, bei dem insbesondere die Fenster verändert wurden. 1909 zerstörte ein Brand die Kirche bis auf die Umfassungsmauern.
Der Neuaufbau erfolgte 1912 nach Plänen des Geh. Hofbaurats Böttger aus Dessau. Die Kirche stand unter dem Patronat des ehemaligen herzoglichen Hauses Anhalt. Durch die Explosion von eingelagerter Munition wurde die Kirche, besonders im Innern, 1945 erneut stark zerstört.
Die Einweihung der instand gesetzten Kirche fand am 11.01.1953 statt. Danach erfolgten noch weitere verschiedene Reparaturen. Der Altar und die Kanzel kamen 1970 aus Crussow hinzu.
Der Altar stammt aus der Zeit um 1500 und wurde im Renaissancestil, vermutlich um 1620, verändert. Die Kanzel wurde 1620 von Joachim Ebel von Buch gestiftet. Die Orgel wurde 1850 von Lang & Dinse, Berlin, erbaut und stammte ursprünglich aus Neumühl bei Küstrin. Sie wurde anstelle der verloren gegangenen Orgel 1986 von der Eberswalder Orgelbaufirma Fahlberg eigebaut und ist gut spielbar.

Weitere, das Dorfbild prägende Gebäude sind die Alte Schule (1886), seit 1984 gibt es dort eine Ausstellung im ehemaligen Klassenraum, das Pfarrhaus, das Gutshaus, die Brennerei und die Schnitterkaserne (1893) und ein Teil des alten Stalls des ehemaligen Insthauses.
Eine weitere, interessante Ausstellung neben dem alten Klassenraum in der alten Schule kann seit Herbst 2000 in der Kirche zu Ehm Welk besichtigt werden.

Galerie
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